Hochschule oder Universität?

Hallo ihr Lieben! Ich habe schon sehr lange nichts mehr zu anderen Themen außer dem Reisen geschrieben ;) Ich würde mich übrigens einen Keks freuen, wenn ihr mir hier dabei helft, die Zukunft dieses Blogs zu bestimmen. :D Heute möchte ich euch aber ein bisschen aus meiner eigenen Sicht erzählen, worin sich ein Studium an der Hochschule von dem an der Universität entscheidet. Das begründet sich natürlich nur auf meinen eigenen, subjektiven Erfahrungen, also bin ich gespannt, ob ihr mir zustimmen könnt, ich bin auf jeden Fall für Anmerkungen in den Kommentaren dankbar :D

Praxis vs. Theorie

Der größte Unterschied ist zunächst einmal, dass Hochschulen meist praktisch orientiert sind, wo Universitäten theoretischen Stoff vermitteln. Hier möchte ich dazu sagen, dass keine Form grundsätzlich schlechter ist als die andere ─ es hängt einfach davon ab, welches Fach ihr studieren möchtet. Ich finde zum Beispiel, dass es für spätere Berufsfelder, in denen man viel mit Menschen zu tun hat (z.B. Tourismus, Journalismus) auf jeden Fall mehr Sinn macht, praxisorientiert zu studieren, weshalb es in diesen Bereichen auch viele Studiengänge (fast) nur an Hochschulen gibt. Für andere, spätere Berufsfelder lohnt es sich aber, eine theoretische Basis zu schaffen, die wichtig ist, um moderne Strategien zu verstehen. Hier denke ich zum Beispiel an Betriebs- und Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftswissenschaft, aber auch an Soziologie und ähnliches. Wenn man diese Basis hat, kann man die zur Zeit gebräuchlichen Ausführungen noch obendrauf lernen, aber das Wissen über die Konstrukte an sich geht viel weiter in die Tiefe.

Falls ihr euch zwischen Hochschule und Uni entscheiden müsst, schaut euch an, ob das Fach eher eine Neuerscheinung ist, die hands-on erlernt werden kann und die sich auch im späteren Beruf sehr aktiv und am Kunden gestaltet. Wenn das Fach eher eine (natur-)wissenschaftliche Basis braucht, aus der heraus sich aktuelle Formen bilden, würde ich ein Studium an der Uni vorziehen. Diese Meinung begründe ich daraus, dass ich das Studienfach und gleichzeitig auch die Hochschulart gewechselt habe, wie ihr vielleicht schon aus diesem Artikel hier wisst.

Schließlich möchte ich euch noch kurz die Vor- und Nachteile schildern und bin gespannt, welche Erfahrungen ihr gemacht habt.

Vorteile an der Hochschule ─ Nachteile einer Universität

  • Gruppenarbeit ─ An der Hochschule gibt es sehr viel Projektarbeit, man arbeitet oft in Teams von mindestens zwei bis in meinem Fall maximal neun Personen zusammen. Dies ist natürlich ein Vorteil, wenn man so auf Team Work getrimmt wird und um eine Sache gleich vorweg zu sagen: Gruppenarbeit an der Hochschule ist durch die Motivation, die die Studierenden für das selbst gewählte Fach von Haus aus mitbringen, echt tausendmal besser als die albtraumhafte Gruppenarbeit in der Schule (Team = Toll, ein anderer macht’s!). Studierende an Hochschulen sind meiner Meinung nach auch offener, im Team zusammenzuarbeiten. Man wächst sehr schnell zusammen und das muss man auch, denn die Teamarbeit ist an der Hochschule ein Hauptaugenmerk.
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  • Prüfungen ─ Durch fachliche Unterschiede sind natürlich auch die Prüfungen an Hochschule und Universität unterschiedlich. Zwar ist das auch bei mir an der Uni nicht so, doch ich habe von manchen Studiengängen gehört, bei denen in den Semesterferien etwa alle zwei Wochen die nächste Prüfung stattfindet. Oberätzend! Fragt bei Studiengängen wie z.B. Luft- und Raumfahrt deswegen am besten ältere Studierende, wie die Prüfungsphase gehandhabt wird.
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  • Parties ─ Darüber sage ich jetzt mal nicht allzu viel ;) Aber so vom Gefühl her: Auf Parties an Hochschulen sind irgendwie alle gleich, also vom Status her. An der Uni gibt es mehr „Snobs“. Wusstet ihr eigentlich, dass es auch in Deutschland solche Dinge wie Studentenverbindungen und Burschenschaften gibt? Oh man, ich dachte, das gäbe es nur in ‚mericuuh und habe erst einmal einen Kulturschock bekommen…

Nachteile an der Hochschule ─ Vorteile einer Universität

  • Arbeit mit der Fachliteratur ─ An der Universität bekommt man viel mehr von der Fachliteratur mit. Die Professoren begründen ihre Erkenntnisse selbst auch viel mehr mit Literatur und sobald man einmal gelernt hat, wie eine richtige Literaturrecherche geht, wird man auch fündig. Im Idealfall brennt man für das Fach, sodass man auch viel darüber lesen will. An der Hochschule hat man durch die vielen Projekte weniger Zeit, sich intensiv mit dem Stoff zu beschäftigen.
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  • Abschluss-Level ─ Was mir nicht wirklich bewusst war, als ich mit dem Studieren angefangen habe, war, dass mir das Abschluss-Level tatsächlich irgendwann einmal wichtig sein würde. Ich finde, es macht menschlich überhaupt keinen Unterschied, ob jemand jetzt seinen B.A. an der HS oder an der Uni gemacht hat oder überhaupt, ob jemand Abitur oder Fachabitur oder was für einen Abschluss auch immer hat (Noten sagen nichts über Intelligenz und ein Abschluss nichts über den Charakter). Aber jetzt habe ich eben durch den Wechsel an eine Universität die Chance auf einen Uni-Abschluss, und ich fühle mich damit einfach bestätigter als davor, halt einfach, dass das besser zu meinem Anspruch passt.
  • Mit dem Abschluss-Level schließe ich auch die gute Vernetzung mit/durch Studentenvereinigungen ein, also nicht nur gute Kontakte zu Firmen, sondern auch zu studentischen Organisationen, die z.B. internationale Studenten zusammen bringen oder durch Projekte mit „richtigen“ Firmen zusammenarbeiten und so nachhaltig Nachwuchs ausbilden.
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  • Freiheit im Stundenplan ─ Schon wieder etwas, das ich trotz Wechsel an die Uni nicht habe, aber generell habe ich mehr Freiheit in meinem Stundenplan als an der Hochschule. Damit meine ich: An der Uni kann man seine Module, das bedeutet zum Beispiel, in welchem Semester man welche Vorlesung besuchen möchte und an welchen Seminaren man teilnehmen will, selbst zusammenstellen kann. An der Hochschule hat man einen vorgegebenen Ablaufplan. Es ist sehr unpraktisch, dass man nichts daran verändern kann, wenn der Studiengang z.B. immer nur zum Wintersemester losgeht ─ dann kann man nicht einfach mal ein Semester lang ein Praktikum einbauen, sondern braucht gleich zwei. Hat man eigentlich schon meinen Unmut über das Bachelor-System herausgehört? Nein?
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  • Mehr Zeit trotz Bachelor-System ─ Das ist eine wirklich subjektive Einschätzung, aber ich habe das Gefühl, dass das Studieren trotz der Umstellung von Diplom etc. auf Bachelor immer noch mehr dem ursprünglichen System entspricht als das Studium an der Hochschule. Das zeigt sich besonders darin, dass ich, wie oben bereits erwähnt, endlich überhaupt einmal Zeit habe, mich mit der Literatur zu beschäftigen. Für mich persönlich hat die Güte der Gruppenarbeit nicht ausgewogen, dass ich dank bis zu vier Gruppenarbeiten in einem einzigen Semester keine Zeit hatte, mich individuell und tiefgehend mit dem Stoff zu beschäftigen.

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Das ist ja nun alles nur meine Meinung. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht und wo widersprecht ihr mir? Hinterlasst mir gern einen Kommentar! :)

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