He ate my heart :0

Musik: Lady Gaga – Monster; Lady Gaga – Brown Eyes

He ate my Heart

Er stand einfach da. Er lehnte sich über die Brüstung des Balkons, stützte die Unterarme auf die Metallstange. Er bewegte seine Hand zum Mund und zog an seiner Zigarette. Danach schien er tief die winterliche Luft einzuatmen, bevor er den Rauch ausstieß. Sein heißer Atem wurde in der Kälte sichtbar. Doch er verging. Sein Atem verschwand so schnell, wie er gekommen war.

Ich hoffte, er würde nicht so schnell verschwinden, wie er gekommen war.

„Magst du mit mir mitkommen?“, hatte er gefragt. Er hatte mich nicht einmal richtig angesehen. Aber aus einem anderen Grund, als ich erwartet hatte. Es war nicht so, dass er mich nicht angesehen hatte, um sein eigentliches Desinteresse zu offenbaren. Nein, er hatte so darauf gehofft, dass er versucht hatte, sich zu verstecken.

Er hatte mich mit sich genommen, und alles war anders gekommen, als ich erwartet hätte.

Er war nicht der Typ dazu, so zu sein, wie er sein sollte. Er war irgendwie anders. Er hatte mich verzaubert – da war ich nicht die Erste. Aber ich war diejenige, die er gefragt hatte. Ich konnte nicht begreifen, warum, aber das war mir im Moment auch mehr oder weniger egal. Hauptsache wir waren hier – auf dem Balkon, auf dem wir standen, hoch über der Stadt.

Noch immer auf die Brüstung gelehnt, drehte er sich zu mir um und hob die Brauen. Er lächelte mich an. Unglaublich. „Was ist? Magst du nicht zu mir kommen?“, fragte er.

„Ich… hab’ Höhenangst“, stotterte ich verlegen. Sein Lächeln wurde breiter. Ich glaube, er fand meine Unerfahrenheit belustigend. Aber er war es auch – unerfahren. Bei ihm war es nur nicht so offensichtlich, da er es versteckte. Aber ich stand bei ihm und konnte fühlen, dass er nicht wusste, was er machen sollte.

Wir hatten es probiert – aber es hatte nicht funktioniert. Er war zu unsicher gewesen, ein Mädchen anzufassen. Und ich war zu unsicher gewesen, es ihm zu zeigen.

„Ich kann’s nicht!“, hatten wir gleichzeitig gesagt. Unsere Gesichter hatten sich vor Erstaunen aufgehellt. Was tat mir dieser Junge nur an…!

„Magst du auch mal?“, fragte er mich und streckte mir seine Hand entgegen, in der er seine Zigarette hielt. Ich verneinte. Obwohl er rauchte, stank er nicht. Ganz im Gegenteil – er roch gut. Seltsam – so etwas hatte ich schon einmal erlebt. Ein einziges Mal. Doch nichts war so wie sonst, da ich mit ihm zusammen war. Er veränderte alles – meine ganze verdammte Welt, und obendrauf auch noch mich. Ich war mir gar nicht sicher, ob ich wollte, dass er mich veränderte.

Er drückte die Flamme an der Eisenstange aus und warf sie in die Tiefen, die ich nicht sehen wollte. Er seufzte, fuhr sich durch das Haar. Dann drehte er sich zu mir um, lächelte sanft und nahm meine Hände. Mit seinem Daumen strich er über meine Handrücken. Sein Blick wich nicht von mir. Ein Grinsen legte sich auf mein Gesicht.

„Brichst du mir jetzt das Herz?“, fragte ich. Ich wusste nicht, ob ich ernst oder scherzend dreinblicken sollte, also biss ich mir auf die Lippe.

Lächelnd zuckte er mit den Schultern. Er zog mich langsam mit sich durch die Balkontür zurück in die Suite.

„Es muss nicht so enden“, sagte er.

Er wusste nicht, wie man Mädchen berührt.

Er wusste nur, wie man sie dazu bringt, sich zu wünschen, von ihm berührt zu werden.

Und das konnte er gut.

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